/ Services

Unser Service Angebot

Das CCI analysiert Geschäftsberichte auf Grundlage wissenschaftlich ermittelter Prüfkriterien in der Bewertungskategorie Gestaltung nach einer sorgfältig erarbeiteten, einzigartigen, umfassenden und zuverlässigen Methode.

Die Analysen des CCI stellen erfahrungsgemäß eine nützliche Hilfe bei der Erstellung zukünftiger Geschäftsberichte dar. Gutachten können für alle Unternehmen angefordert werden, die einen Geschäftsbericht publizieren.

Das CCI bietet wissenschaftliche Beratung bei der Entwicklung innovativer medialer Kommunikationskonzepte sowie bei der Leitbildentwicklung an. Neben der Publikation von aktuellen Forschungsergebnissen und News veranstaltet das CCI regelmäßige Tagungen zu den Themen Finanzkommunikation und Unternehmenskommunikation.

Darüber hinaus bietet das CCI Fortbildungsveranstaltungen und Beratung in den Unternehmen an.

Angebote des CCI

  1. wissenschaftliche Beratung
  2. Publikation von Forschungsergebnissen
  3. Publikation von News aus dem CCI
  4. regelmäßige Tagungen
  5. Veranstaltungen zur Fortbildung
 

/ Gutachten

Wissen, das weiterbringt

In welchen Punkten können Sie Ihren Geschäftsbericht weiterentwickeln? Wo genau stecken die Optimierungspotenziale – bei der Angemessenheit, dem Layout, der Typografie oder der Bildsprache?

Ist es gelungen, das Unternehmen eigenständig und unverwechselbar und damit identitätsstiftend darzustellen? Ist die formulierte Leitidee mit den übrigen Anteilen der Gesamtpublikation konsistent verknüpft? Weisen visualisierte ›Non-Financials‹ den Geschäftsbericht als repräsentatives Medium der Unternehmenskultur aus? Sind Imageanteile maßvoll und pointiert eingesetzt? Ist der Geschäftsbericht übersichtlich und sinnvoll gegliedert?

CCI-Datenbank: Vergleiche optimal nutzen

Herzstück aller umfassenden Analysen ist die CCI-Datenbank, die speziell für die Auswertung des Wettbewerbs ›Corporate Reporting‹ entwickelt wurde. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind darin über mehrere Jahre nachvollziehbar als aussagefähiges Stärken-Schwächen-Profil dokumentiert und über Detailabfragen individuell abrufbar. Vergleichen lassen sich diese Abfragen nach Indizes, den einzelnen Prüfkriterien, innerhalb eines Jahrgangs oder im Fünf-Jahres-Verlauf.

Auch Benchmarks, beispielsweise innerhalb einer bestimmten Branche, sind machbar. Weiterhin enthält das CCI-Analysetool statistische Übersichten zu Verarbeitung und typografischer Ausstattung, die bestellt werden können, beispielsweise zu Formaten, Bindung, verwendeten Schriften, Grundraster, Innenseitenaufkommen etc.

Wir analysieren Geschäftsberichte und Medien des Corporate Publishing auf der Grundlage sachlich fundierter und veröffentlichter Prüfkriterien.

Liste der Bewertungsergebnisse mit den im Wettbewerb zugrunde liegenden Kriterien

Die Bewertungsergebnisse basieren auf den im Wettbewerb verwendeten Checklisten und sind das Ergebnis einer vollständigen Ist-Analyse des Geschäftsberichts.

Die Zusammenstellung der Ergebnisse anhand der Bewertungs-Checkliste gibt einen erläuternden Überblick darüber, in welchem Maß die Bewertungskriterien im Prüfsegment Gestaltung erfüllt sind.

Stärken-Schwächen-Analyse

Eine Stärken-Schwächen-Analyse zeigt, wo ein Unternehmen seine Potenziale und Ressourcen des Geschäftsberichts in der Übermittlung der visuellen Übersetzung der Inhalte besonders gut oder aber noch nicht optimal nutzt. Bei der Stärken-Schwächen-Analyse werden Verbesserungsvorschläge zur visuellen Gestaltung des Geschäftsberichts gemacht. Die Stärken-Schwächen-Analyse enthält auch die Liste der Bewertungsergebnisse des Geschäftsberichts.

Ausführliche Einzelgutachten

Im ausführlichen Einzelgutachten werden über die Bewertung und die Ergebnisanalyse hinaus konkrete Empfehlungen zur optimalen Gestaltung jedes einzelnen Prüfkriteriums gegeben. Das ausführliche Gutachten enthält ebenfalls die Liste der Bewertungsergebnisse für den Geschäftsbericht sowie Statistiken zu den Bewertungsergebnissen der letzten drei Jahre und Benchmark-Beispiele.

Benchmark-Beispiele zu einzelnen oder zu allen Prüfkriterien

Die Benchmark-Analysen des CCI identifizieren ›Best Practice‹ auf Grundlage detaillierter Datenbanken. Sie ermöglichen Vergleiche zwischen dem eigenen Unternehmen und Unternehmen innerhalb eines Indexes oder einer Branche sowie mit Unternehmen anderer Indizes. Die Betrachtung des gesamten Geschäftsberichts ist ebenso möglich wie der Vergleich einzelner Bewertungsaspekte.

Auf Wunsch wird zu jedem Checkpunkt das beste Benchmark-Beispiel aus allen bewerteten Geschäftsberichten zur Verfügung gestellt, differenziert nach Gesamtranking, nach einzelnen Indizes oder nach Branchen.

Individuelles Einzelgutachten für weitere Medien der Unternehmenskommunikation

Beispielsweise Kundenmagazine, Mitarbeiterzeitschriften, Nachhaltigkeitsberichte. In diesem Gutachten werden über die Bewertung und die Ergebnisanalyse hinaus konkrete Empfehlungen zur optimalen Gestaltung für jeden einzelnen Checkpunkt gegeben.

 

/ Beratung

Schulungen, Beratungen, Workshops

Das CCI bietet Schulungen und Beratungen zur Leitbildentwicklung und zu Themen der Unternehmenskommunikation in Print-, Online- und Bewegtbildmedien an (z. B. Geschäftsbericht (Print und online), Corporate Publishing (Print, interaktiv und Bewegtbild), Corporate Design,  Bildanalyse).

Die Schulungen sind ein zusätzliches Angebot, neben der wissenschaftlich fundierten Analyse der Medien der Unternehmens- und Finanzkommunikation. Dabei wird das Erfahrungswissen der Wissenschaftler vermittelt und konkrete Hilfestellung zur Optimierung gegeben.

In-House-Seminar / Inhouse-Workshop

Für eine Präsentation über die gestalterischen Stärken und Schwächen eines Geschäftsberichts oder weiterer Medien der Unternehmenskommunikation von Prof. Grosse mit einer persönlichen Diskussion im Unternehmen über die Erfüllung der Gestaltungskriterien erstellt das CCI auf Anfrage ein separates Angebot.
Seminar anfordern

 

 

/ Publikationen

Das CCI veröffentlicht regelmäßig die CCI News und in loser Folge weitere Publikationen zum Thema Unternehmenskommunikation und Finanzkommunikation.

CCI News

Der Geschäftsbericht

Designwettbewerbe

Interview Häfelinger + Wagner

MALEN NACH ZAHLEN

  • CCI News

  • Der Geschäftsbericht

  • Designwettbewerbe

  • Interview Häfelinger + Wagner

  • Malen nach Zahlen

CCI News

Zweimal pro Jahr (April und Oktober) erscheint unsere Publikation mit Informationen rund um das Thema Geschäftsberichte, Interviews mit Machern und Gewinnern, streitbare Thesen und hilfreiche Meinungen zur Unternehmenskommunikation. Die Oktober-Ausgabe enthält zusätzlich die wichtigsten Auswertungen und Statistiken aus dem Corporate Reporting Wettbewerb ›Die Besten Geschäftsberichte‹.

 

Falls Sie in Zukunft die News erhalten möchten, schreiben Sie uns gerne.
Kontakt

Hinweis: Mit einer Geschäftsberichts-Analyse verbindet sich zugleich das kostenlose und automatische einjährige ›Abonnement‹ der News.

Hier finden Sie das Archiv der CCI News des Instituts.

NEWS-ARCHIV

Der Geschäftsbericht

EIN MEDIUM ZWISCHEN INFORMATION UND INSZENIERUNG

Grosse, Voelzkow, Verlag der Fachhochschule Münster

 

Der vollständige Titel der Arbeit lautet: ›Der Geschäftsbericht. Ein Medium zwischen Information und Inszenierung. Eine Analyse und mediensoziologische Reflexion des Gebrauchs visuellen Materials in DAX-30-Geschäftsberichten.‹

Aus dem Inhalt »Was ist das für ein Schriftstück, das von seinem Wesen her als klassischer Jahresabschluss per se vergangenheitsorientiert ist und dennoch dazu dienen soll, den zukunftsorientierten Erwartungen an das Unternehmen zu entsprechen?

Werte, die im Sinne der Imagebildung einen entscheidenden Teil der Unternehmenskultur darstellen, jedoch als vage soziale Konstrukte in Worten – geschweige denn in Zahlen – schwer fassbar sind, werden durch das visuelle Material für das laienhafte Publikum sicht- und erlebbar gemacht.

Das Online-Reporting wird den gedruckten Geschäftsbericht wohl nie ablösen, sondern – einmal den Kinderschuhen entwachsen – im Sinne der Ausdifferenzierung des Mediensystems bestmöglich ergänzen.«

 

System Geschäftsbericht – Intermedialität

Grosse, Voelzkow, Verlag der Fachhochschule Münster

ISBN 978-3-938137-49-9

Eine Studie zur Intermedialität der Geschäftsberichterstattung deutscher Börsennotierter Unternehmen

Die Studie verfolgt zwei wesentliche Ziele: Das erste Wesentliche Ziele der Erhebung ist es, die aktuelle Publikationslandschaft deutschsprachiger Geschäftsberichte zu erfassen. Die Ergebnisse sollen die Verbreitung und Akzeptanz der verschiedenen medialen Formen des Geschäftsberichts (Print, HTML, App) zeigen. Im Fokus der Erhebung steht dabei auch das Wissen der Unternehmen über die Nachfrage ihres Kommunikationsangebots durch Leserinnen und Leser. Darüber hinaus soll die Rolle der Berichtserstattung im Kontext der Unternehmenskommunikation (System Geschäftsbericht) näher beleuchtet werden.

Das zweite wesentliche Ziel der Studie ist es, ein Meinungsbild deutscher Unternehmen zur Intermedialität des Geschäftsbericht zu erfassen. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie die Unternehmen aktuelle und zukünftige Entwicklungen der Berichtserstattung bewerten. Hier wird ein besonderer Schwerpunkt auf das Meinungsbild der Unternehmen zur digitalen Berichtserstattung (HTML, App, soziale Medien) gelegt.

 

VISUELL BERICHTEN 

Grosse, Ripperda, Voelzkow, Springer Gabler Verlag

ISBN 978-3-658-14137-0

Eine Studie zum Potenzial der Gestaltung in Geschäftsberichten

Wie bemisst sich der Wert einer guten Gestaltung in Geschäftsberichten? Seit Jahren wird Prof. Gisela Grosse von Unternehmen gefragt, ob denn eine gute Gestaltung des Geschäftsberichts tatsächlich zu einer besseren Bewertung des Berichtes – und implizit auch des Unternehmens – führen kann.

Diese Frage kann Prof. Gisela Grosse als Gestalterin nur bejahen, auch weil sie nicht zu lassen möchte, dass die Wirkung und Qualität von Gestaltung womöglich auf eine Geschmacksfrage reduziert wird. Und wer käme auf die Idee, Marketingexperten die Frage zu stellen, ob eine gute Gestaltung eines Produktes – neben einer guten Qualität – verkaufsfördernd und für Unternehmen imagebildend wirkt. Warum sollte dies gerade bei Geschäftsberichten anders sein?

Die Studie »Visuell Berichten« hat sich dieser Frage angenommen. Nach Methoden der sozialempirischen Forschung wurde in einem experimentellen Versuchsaufbau Finanzanalysten inhaltlich identische Geschäftsberichte vorgelegt, die unterschiedlich (gut und schlecht) gestaltet waren.

 

 

 

Die Ergebnisse der qualitativen Analyse konkreten Bildmaterials stützen sich auf die Geschäftsberichte 2006 der Unternehmen ADIDAS, ALTANA, BAYER, DAIMLERCHRYSLER, DEUTSCHE POSTBANK, E.ON, FRESENIUS MEDICAL CARE, THYSSENKRUPP, RWE und VOLKSWAGEN.

  

 

 

  

 Hier erhältlich

 studie 9783658141370

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Hier erhältlich

 studie002

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

  

 

 

Hier erhältlich 

 

9783658141370d

Designwettbewerbe im Vergleich

Die meisten Wettbewerbe werden in der Öffentlichkeit oder bei potenziellen Kunden kaum wahrgenommen, sie fungieren eher als reine ›Beauty Contests‹ unter Insidern. Das hat auch der ehemalige Präsident des ADC (Art Directors Club), Amir Kassaei, erkannt. Er will die reinen Kreativrankings radikal abschaffen.

Welche Maßstäbe und Mechanismen sind bei Design-Wettbewerben wirksam? Seit der CCI-News-Ausgabe Nr. 07 (April 2009) dokumentiert die ›CCI-Analyse Design-Wettbewerbe‹ in loser Folge erste Vergleichsmöglichkeiten und Einordnungen zu Design-Rankings.

ZENTRALE FRAGESTELLUNGEN FÜR DIE ANALYSE SIND:

Rechtsform des Wettbewerbsveranstalters: Deutet eine GmbH oder Inc. von vorneherein eine Organisation zur Gewinnmaximierung an? Steht hinter dem Veranstalter ein Verlag oder eine Fachpublikation und kann man daher übergreifende marktunabhängige Sichtweisen erwarten? Wie verhält sich die Anzahl der Kategorien der Einreichungen zur Menge der Preise bzw. Auszeichnungen? Auf welche Summe belaufen sich die Gebühren für Einreichungen, wenn man für den Fall einer Prämierung anfallende Publikationsgebühren berücksichtigt? Wie hoch ist der finanzielle Umsatz, den Veranstalter mit Wettbewerben erzielen? Wie viel Zeit beansprucht die Bewertung? (Falls es keine konkreten Angaben hierzu gibt, lässt sich aus der Anzahl der Einreichungen und der Anzahl der Jurymitglieder sowie ihrer Tagungsdauer ein Zeitkontingent ermitteln.)

Übersicht aus den CCI-News Nr. 9
herunterladen

Interview Häfelinger + Wagner

Was ist für Sie in der Arbeit und Ideenfindung wichtig?

1. Antwort

Worin sehen Sie die Herausforderung Geschäftsberichte zu gestalten?

2. Antwort

Welche Stärken und Fähigkeiten kommen im Team bei H&W zusammen?

3. Antwort

Wird es den Printbericht künftig noch geben?

4. Antwort

Muss man Geschäftsberichte auch Online anbieten?

5. Antwort

Ist der Geschäftsbericht ein Instrument der Markenbildung?

6. Antwort

Wie sieht der Geschäftsbericht 2020 aus? (Werte)

7. Antwort

Wie sieht der Geschäftsbericht 2020 aus?

8. Antwort

Malen nach Zahlen

Eine Studie zum Stellenwert und Potenzial narrativer Illustration im Geschäftsbericht

Die Studie baut auf der Masterthesis von Michael Szyszka auf. Sie betrachtet die Karriere der Illustration als bildgebendes Element im Corporate Reporting. Während Illustrationen im Editorial Bereich gang und gäbe sind, werden Illustrationen zur Darstellung der Equity Story im Corporate Reporting noch immer nur rudimentär eingesetzt.

Dabei kann die Illustration in zunehmend virtuellen, digitalen Produktions- und Dienstleistungsprozessen komplexe Sachverhalte einfach und leicht verständlich auf den Punkt bringen. Gesellschaftliche Megathemen wie Nachhaltigkeit, Globalisierung, Mobilität und Nahrungssicherung – um nur einige zu nennen – bestimmen heute die ›Geschichten‹ im Corporate Reporting. Diese lassen sich über rein fotografische Bilder allein nicht darstellen. Die Illustration kann hier nicht nur ›Unsichtbares‹, sonder auch ›Zukünftiges‹ veranschaulichen und dabei durch Emotionalisieren Identifikation mit den Themen und letztlich, mit den Unternehmen evozieren.

 

Grosse, Michael Szyszka, Verlag der Fachhochschule Münster 

 

ISBN 978-3-938137-82-6

Hier erhältlich

 

f88a179378948e86aa25205987051762

 

Malen nach Zahlen - Tabelle 1

Malen nach Zahlen - Tabelle 2

 

 

/ Leitbildentwicklung

Nur aus einem klar umrissenen Selbstverständnis kann das CCI eine nachvollziehbare und identitätsstiftende Kommunikation aufbauen.

In Workshops entwickelt das CCI gemeinsam mit Vertretern aller Einheiten einer Organisation die Kernwerte und das Leitbild. Das sprachlich definierte Spannungsfeld der Kernwerte, des Selbstverständnisses und der künftigen Ziele bildet den assoziativen Rahmen für die Entwicklung des Corporate Designs und der Medien der Unternehmenskommunikation.

Sprechen Sie uns gerne an.

Kontakt

 

/ Tagungen

Das CCI bietet eine Reihe von regelmäßigen Veranstaltungen an. Dazu gehören die visuelle Bilanz und das Heidelberger Forum Geschäftsberichte.

Darüber hinaus veranstaltet das CCI regelmäßig weitere Tagungen zum Thema Unternehmens- und Finanzkommunikation.

›DIE VISUELLE BILANZ‹

Jährlich veranstaltet das CCI in Kooperation mit EberlPrint, Immenstadt und der Papier Union, Hamburg, ›Die Visuelle Bilanz‹. Zielgruppe der eintägigen Veranstaltung sind Designer, Agenturen und Hersteller von Geschäftsberichten. Hier werden die aktuellen Ergebnisse des Wettbewerbs ›Die besten Geschäftsberichte‹ vorgestellt und diskursiv zu Designthemen rund um den Geschäftsbericht erörtert. Schwerpunkte sind die Prüfkriterien zur Gestaltung. Experten widmen sich dabei jährlich einer Designdisziplin, zum Beispiel der Bildsprache, der Typografie, der Farbe...

HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE

Seit 2005 veranstaltet das CCI im zweijährigen Turnus Ende September das ›Heidelberger Forum Geschäftsberichte‹ in Kooperation mit der Heidelberger Druckmaschinen AG. Zielgruppe des zweitägigen Forums sind Entscheider aus der Bereichen Unternehmenskommunikation und Investor Relations von Geschäftsberichte-publizierenden Unternehmen. Neben der Vorstellung der aktuellen Ergebnisse des Wettbewerbs ›Die besten Geschäftsberichte‹ durch die wissenschaftlichen Leiter der Prüfteams werden aktuelle Themen der Geschäftsberichte in den Fokus der Vorträge gestellt, z. B. Angemessenheit, Glaubwürdigkeit, Transparenz... Das Heidelberger Forum Geschäftsberichte hat sich mittlerweile zu der zentralen Institution für ›Best Practice Sharing zum Thema Geschäftsberichte‹ entwickelt.

Weitere Tagungen

› Das Jurysystem der Analysen
› Symposium Geschäftsberichte
› Fotografie in Geschäftsberichten

/ Rückblick

Die Visuelle Bilanz

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2016

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2014

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2013

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2012

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2011

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2010

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2009

  • DIE VISUELLE BILANZ 2016

  • DIE VISUELLE BILANZ 2014

  • DIE VISUELLE BILANZ 2013

  • DIE VISUELLE BILANZ 2012

  • DIE VISUELLE BILANZ 2011

  • DIE VISUELLE BILANZ 2010

  • DIE VISUELLE BILANZ 2009

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2016

EIN RÜCKBLICK AUF DIE  ›VISUELLE BILANZ‹ 

Der Geschäftsbericht bleibt – Print und Digital – die wichtigste Publikation eines Unternehmens. Er ist sozusagen der Schlüssel zu einem Unternehmen, dem man vertraut, dem man Geld gibt und der sich weltweit zu bewähren hat. Passt der Schlüssel nicht genau in das diffizile Schloss, das eine Unternehmenswelt preis gibt, dann stimmt etwas nicht. Entweder mit dem Schloss oder mit dem Schlüssel. So war es schon immer mit dem Medium Geschäftsbericht und trotzdem hat sich in nur wenigen Jahren sehr viel geändert. Es gab die alten Zeiten, da stand das nüchternste und reellste aller Bücher Jahr für Jahr um eines erweitert in den Regalen wie eine Akte.Mit wachsender Öffentlichkeitswahrnehmung hatten sich die Geschäftsberichte in der Konkurrenz eines bedeutenden medialen Wettbewerbs zu behaupten. Sie präsentierten sich exklusiv und ein-malig. Inzwischen hat sich der Geschäftsbericht dem Wandel angepasst. Print, HTML oder PDF? Oder kombiniert, oder geteilt – oder was sagt die Zukunft? 

 DIE FEINJUSTIERUNG DES MULTIMEDIALEN CORPORATE REPORTINGS

 Ins gediegene Backsteingebäude des ehemaligen Hamburger Hauptzollamts, umgeben von ruhenden Wassern der Speicherstadt, in dieses schön für Tagungen und Events hergerichtete Haus waren auf Einladung des CCI und von EBERL PRINT und PAPIER UNION mehr als 100 Vertreter von Agenturen und Unternehmen 

gekommen, um zu bekräftigen, was sie wussten, um zu lernen, was sie noch nicht kannten, und um besser zu verstehen, wohin die Reise geht. Als Grundlage für spätere Vorträge, die sich mit einer spielerischen Manipulation durch das Bewegte Bild und mit Big Data, mit der Künstlichen Intelligenz beschäftigen,  wurde erst einmal Arbeit am Gegenwärtigen geleistet: DIE VISUELLE BILANZ des Corporate Reporting 2016 Ergebnisse.  ZU DEN ERGEBNISSEN

Visuelle Bilanz 2016 Monecke 24 SWVisuelle Bilanz 2016 Monecke 11 SWVisuelle Bilanz 2016 Monecke 02 SW

DIE VISUELLE BILANZ 2016 (Gisela Grosse)

Das CCI gab und gibt dem Thema Geschäftsbericht eine wertvolle Orientierung und ermöglicht mit ihrer wissen­schaftlichen Grundierung eine zukunftsweisende, seriöse Weiterentwicklung. Auch aus diesem Grund finden sich immer wieder Profis zum ›HEIDELBERGER FORUM‹ und zur ›VISUELLEN BILANZ‹ zusammen, die das CCI turnusmäßig veranstaltet. Wenn es auch den MM-Wettbewerb als unabhängige Benchmark nicht mehr gibt, blickt die Zunft umso mehr auf diese Veranstaltungen: Das CCI liefert keine Ergänzung zum Wettbewerbszirkus. Es ist etwas anderes: Hier wird unabhängig gearbeitet, wissenschaftlich geforscht und informiert. In Zeiten medialer Umbrüche ist dieses Institut nicht nur der Fels in der Brandung, es begleitet und analysiert und es bietet durch seine Foren willkommene Möglichkeiten zum Austausch und zur Weiterentwicklung.

»Ein Ranking im klassischen Sinne gibt es in diesem Jahr auch deshalb nicht mehr, weil in der Gemengelage inzwischen ein Überangebot an Wettbewerben existiert, die sich gegenseitig kannibalisieren und von Unternehmen auch nicht mehr ernst genommen werden (müssen). Vielmehr kategorisieren wir die Berichte in Herausragend / über Standard / Standard / unter Standard und weit unter Standard«, teilte Professor Gisela Grosse bereits zur Begrüßung in Hamburg mit.  

Ein erstaunliches Ergebnis lässt aufhorchen: Die durchschnittliche Qualität für die Gestaltung der Geschäftsberichte im Printbereich
fiel in den letzten drei Jahren von 67,1 % auf 61,8 % zurück – wohingegen im gleichen Zeitraum die mittleren Werte Online steigen. Hinsichtlich der Inhalte hat Grosse festgestellt: »Nur 13 Prozent der Konzerne publizieren einen integrierten Bericht«.

Visuelle Bilanz 2016 Monecke 39 SW  Visuelle Bilanz 2016 Monecke 18 SW   

REPORTING 2016 – RÜCKBLICK, AUSBLICK – WIDERSPRÜCHLICHKEITEN (Tatjana Oberdörster)

An diese Analyse konnte Professor Dr. Tatjana Oberdörster in ihrem Vortrag über gesetzliche Anforderungen zur Umsetzung der CSR-Richtlinie anschließen. Für sie steht fest, das Ziel des Geschäftsberichts bleiben die Analysten und Shareholder.

Oberdörster erläutert, dass die bisherigen Informationspflichten zur ›Corporate Social Responsibility‹ der Unternehmen bzw. über nichtfinanzielle Aspekte der Unternehmensführung den Charakter von Empfehlungen hatten. Entsprechend unterschiedlich wurde das The-ma Nachhaltigkeit in den Unternehmen gehandhabt. 

Mit dem aktuellen Gesetzesentwurf der Bundesregierung vom 21.9.2016 werden die CSR-Berichtspflichten deutlich verschärft. Ab 2017 müssen Unternehmen ihre CSR-Konzepte im Lagebericht offenlegen und Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen sowie zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung liefern. Welche Kriterien hier neben bereits bekannten (z. B. in der CO2-Bilanzierung) Anwendung finden werden, ist derzeit noch unübersichtlich. Die Referentin nannte einige Unternehmen, die sich mit den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren als entscheidungsrelevanten Informationen intensiv auseinandersetzen und auch aus ihrer Sicht gute integrierte Berichte publizieren. Das Berichtsjahr 2017 lässt dazu auf jeden Fall eine Reihe neuer Erkenntnisse und Gesprächsbedarf erwarten.

Aber nicht nur das Thema Nachhaltigkeit im Geschäftsbericht wird auf neue Füße gestellt. Oberdörster weist darauf hin, dass künftig auch neue Regulierungen in der klimabezogenen Finanzberichterstattung zu erwarten sind. Die Unternehmen werden also konkreter berichten müssen, welchen Beitrag sie für den Klimaschutz leisten.

Professorin Oberdörster sieht in den neuen gesetzlichen Anforderungen der Berichterstattung auch eine Chance, den Geschäftsbericht von ›leerer Rhetorik‹ zu bereinigen. Zum Begreifen dieser Notwendigkeiten gehört wohl auch ein sich veränderndes Bewusstsein der Stakeholder, die dem Geschäftsbericht nicht mehr bibelgläubig vertrauen, sondern sich – ermuntert durch soziale Medien, durch kritische Öffentlichkeitsarbeit – eine gewisse Skepsis aneignen. Die Blauäugigkeit hat sich eine 3D-Brille aufgesetzt und sieht schärfer. 

Visuelle Bilanz 2016 Monecke 47 SW1Visuelle Bilanz 2016 Monecke 19 SW1

 DAS FORSCHUNGSLABOR CCI HILFT ZUKUNFT ZU ERKENNEN (Gisela Grosse)

Die Bewertung kommunikativer und gestalterischer Qualität von Geschäftsberichten erfordert wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit den Publikationen und ihrer visuellen Wahrnehmung. Was erwarten Analysten von Geschäftsberichten? Wie und was lesen sie? Und inwieweit leitet sie dabei die Gestaltung? Dazu kurz: Die Gestaltung leitet immer – gut oder schlecht. Nach einer Studie des CCI, die Professorin Gisela Grosse vorstellte, konnte sie den Beweis auf eindrucksvollste Weise vorführen: 

»Nach Methoden der sozialempirischen Forschung haben wir Analystengruppen unabhängig voneinander zwei unterschiedlich gestaltete Geschäftsberichte mit identischem Inhalt vorgelegt – den schlecht gestalteten Originalbericht und einen gut gestalteten Vergleichsbericht«. Das Ergebnis zeige deutlich, wie sehr die Leser nach einem grafisch ordentlichen Layout und einer klaren Bildsprache suchen, wie zufrieden sie sind, wenn ihnen durch visuelle Mittel die Orientierung in der inhaltsschweren Publikation erleichtert wird. Dies gelte selbstverständlich auch für diejenigen Analysten, die sich vorgeblich nur für facts & figures interessieren. Und so sehen die Ergebnisse aus: 

»Shareholder wollen wesentliche Informationen schnell finden«. »Shareholder wollen finden, was sie interessiert«. »Shareholder wollen ein strukturiertes Layout und eine an-gemessene Leseführung«. »Shareholder wollen mehr über das Management wissen«. »Shareholder wollen angemessene, gut gestaltete Tabellen und Diagramme«. »Shareholder wollen Bilder und Farben, die das Unternehmen repräsentieren«. Das wichtigste Ergebnis: »Eine gute Gestaltung führt im Auge der Shareholder zu einer besseren Bewertung des Geschäftsberichts – und des Unternehmens«. 

Eine andere Studie aus Grosses Wissenschaftslabor beschäftigt sich mit den Potenzialen der Illustration im Ge-schäftsbericht: ›Malen nach Zahlen‹ heißt die Publikation. Das Ergebnis: »Die Potenziale der Illustration werden nicht ausgeschöpft. Geschichten zu erzählen und den Unternehmen zu mehr Aufmerksamkeit und Eigenständigkeit zu verhelfen, um damit einen höheren Wiedererkennungswert zu schaffen, ist ein Potenzial der Illustration, welches im Bereich der Finanzkommunikation bisher nicht ausreichend erkannt wird«. Da kann man doch was draus machen! 

Visuelle Bilanz 2016 Monecke 22 SWVisuelle Bilanz 2016 Monecke 42 SW

BEWEGTBILDER VERSTEHEN: METHODIK, ANALYSE, FAKTEN
(Lars Grabbe)

Die Bildsprache, ob Zeichnung oder Fotografie – was erreicht sie in einem Geschäftsbericht? Beispiel Fotografie: Immer noch sehen wir statisch langweilige (viele) Herren und (wenige) Damen in enger oder neuerdings zerstreuter Gruppe (offensichtlich vom Fotografen ›locker machen‹ angesagt) auf den vorderen Seiten des Geschäftsberichts. Mit dem Einzug des Bewegten Bildes in den Geschäftsbericht könnte man sich aber diese Szene vorstellen: Der Vorstand, Aufsichtsrat öffnet die Tür seines Büros, lächelt, lässt eintreten, bietet Platz an und er-zählt in vertraulicher Umgebung mit gewinnendem Ambiente von seinem Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr – keine schlechte Vision. 

Dr. Lars Grabbe, Medientheoretiker mit Schwerpunkt Wahrnehmungs- und Kommunikationstheorie sowie Bildwissenschaft, Semiotik und Filmwissenschaft, Vertretungs-Professor an der FH Münster, führte in die Tiefen der unbewussten Wahrnehmung.  Was dem interessierten Laien aufging: Als die Bilder laufen lernten, wussten sie noch nicht, dass sie mal Marathonläufer für unsere Bedürfnisse werden würden. Was uns die Filme der Anfangsjahre lehrten, expressiv-dramatische Szenen, die sich für immer wie Stempel in unsere Erinnerung drückten – das war Kunst. Und natürlich Kunst der Manipulation. Und heute ist es die Kunst und Magie des im Alltag beheimateten bewegten Bildes, die uns fasziniert und weich macht. Woher das kommt und wohin es möglicherweise führt, das zeigte uns Lars Grabbe: »Bewegtbilder sind künstliche Artefakte, deren angebotene Stimulation dem Denken aktiv vermittelt wird«. Und weiter: »Holonik beinhaltet die gesamte Herstellung von Design über Produktion und Marketing und erzeugt damit ein bewegliches Herstellungssystem«. Wir wären also mittendrin in der Zukunft, die wir noch gar nicht begriffen haben, die aber wohl von Wissenschaftlern wie Professor Grabbe formuliert und erforscht wird. Das Bewegtbild ist eine Wissenschaft, deren Analyse uns noch manchmal die Augen öffnen wird.

Visuelle Bilanz 2016 Monecke15Visuelle Bilanz 2016 Monecke 28 SW

 DIE TECHNIK HAT SICH VERÄNDERT – WIR AUCH? 

(Tobias Albrecht)

Spätestens jetzt ging uns die Regie dieser Tagung auf: Die Hauptveränderungen spielen sich in der Gestaltung ab, sie könnte bei geschickter Anwendung eine erfolgreiche Ressource sein. Auch Tobias Albrecht, seit 1994 im Bereich Marketing Services / Tec tätig, führte die Teilnehmer in die Welt, die wir künftig mit Big Data teilen müssen.
Er stellte die ›Künstliche Intelligenz‹ (Goliath) der einzigen menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeit unserer fünf Sinne SEHEN, HÖREN, TASTEN, RIECHEN, SCHMECKEN (David) gegenüber. Da denkt man auch gleich an Sisyphus und seinen quälenden Job, mit diesem Berg (Big Data) fertig zu werden. Zwischen 1990 und 2000 schnellte die Kurve ›Information Available‹ bis in schwindelnde Höhe, während die menschliche Aufmerksamkeits-Fähigkeit im unteren Bereich hängen bleibt. Ergebnis: Der Mensch ist nicht digital. Aber er hat dieses Big Data geschaffen, das Gold von morgen. Abfallprodukte aus Überwachungssystemen, Bankgeschäften, Bezahlkarten, elektronischer Kommunikation, Gesundheitsbändern, globalen Navigationssystemen usw. Wir sind alle unbewusste Zulieferer, für eine Welt, die uns manipuliert. Da denkt man doch an Goethes Faust und seinen Zauberlehrling: »Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los!«

Sein umfangreiches Wissen stellt Albrecht unter anderem in den Dienst der Analyse und Bewertung von Geschäftsberichten. Albrecht erarbeitete in einem QLAB-Experiment die kognitive Berechnung von zwei DAX 30-Berichten, die psychologischen Profile, Vorworte und so weiter. Ziel waren qualitative Unterscheidungen – mit entsprechenden Resultaten und möglichen Folgerungen. Könnte so manchem Geschäftsbericht guttun …

 Visuelle Bilanz 2016 Monecke45 SWVisuelle Bilanz 2016 Monecke11 SW

FAZIT

In einer abschließenden Diskussion waren sich Referenten und Zuhörer einig, eine Menge dazugelernt zu haben. Von der handwerklichen Arbeit am Geschäftsbericht, seinem inhaltlichen Wandel und seinen gestalterischen Notwendigkeiten bis zu den Visionen für eine Zukunft, die allerdings bereits Gegenwart ist. In den Pausen wurde viel diskutiert und die Meinungen gingen in eine Richtung: Die Tagung sei infor-mativ, streitbar, nachdenklich stimmend, notwendig als Austausch und anregend für die Arbeit. Und Professor Klaus Klemp, Design- und Kunsthistoriker und Kurator Design des Museums Angewandte Kunst Frankfurt am Main, hatte kompetent den roten Faden durch die Arbeitssitzung geführt. Er sprach aus, was allgemein empfunden wurde: Professorin Gisela Grosse ist der Spiritus Rector dieser Veranstaltung, die den ›trockenen‹ Geschäftsbericht zu einem Qualitätsprodukt im Wandel der Entwicklungen beeinflusst. 

 Visuelle Bilanz 2016 Monecke75 SW

  

  

» Ein besserer Tag für den Geschäfts-bericht – besser als jeder Wettbewerb «

 

von Lisette Nichtweiss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eloy Barrantes, Nexxar, im Gespräch mit Roswita Kindler, Kirchhoff Consult.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Gisela Grosse eröffnet die Tagung mit dem Vortrag
›Die Visuelle Bilanz‹ 2016.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Interesse an den geprüften Geschäftsberichten ist groß.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Moderator Prof. Dr. Klaus Klemp 

und Prof. Gisela Grosse. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Tatjana Oberdörster spricht über gesetzliche Anforderungen.

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Max Kuhna, BERICHTSMANUFAKTUR, im Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jörg Schäfer, Bayer AG im Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Prof. Dr. Lars Grabbe über die unbewusste Wahrnehmung  von Bildern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Susanne Stacklies, DPDHL, im Gespräch mit Benjamin Klöck, hw.design.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tobias Albrecht, Albrecht-Q GmbH, darüber, wie sich die Technik verändert hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diskussionsrunde (von Links): Tobias Albrecht, Gisela Grosse, Lars Grabbe,  Klaus Klemp und Tatjana Oberdörster.

 

 

 

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2014

Im Wettbewerb ›Die besten Geschäftsberichte‹ haben sich 2014 grundlegende Veränderungen ergeben. Das Prüfteam des CCI hat das Jahr der Transformation für eine Weiterentwicklung der Gestaltungsbewertung genutzt und erstmals auch die kommunikative und gestalterische Qualität digitaler Geschäftsberichte im Internet bewertet. »Damit haben wir die Konsequenz aus unserer Überzeugung gezogen, den Geschäftsbericht in seiner medialen Inszenierung ganzheitlich zu betrachten« – so stand es in der Einladung, die in ihrer ›Haute Couture‹ – Gestaltung als ein Schmuckstück graphischer Raffinesse wegweisend sein dürfte – geschaffen von den CCI-Studierenden an der Fachhochschule Münster, gesponsert von Papier Union GmbH und Eberl Print, die zuverlässigen, zurückhaltenden Partner der Tagung. Sie fand, was symbolisch oder auch nicht symbolisch verstanden werden kann, auf einem futuristischen Tagungsboot eines stillgelegten Kanals in Hamburg statt. 

DvB 2014 07DvB 2014 02

Die Tagung war ausgebucht. Die Vertreter der Geschäftsberichts-Macher und ihrer Agenturen wissen inzwischen, dass dieses Seminar eine Art Denkausflug in die Zukunft ist, aber auch eine Bilanzierung ihrer Arbeit. Eine solide Veranstaltung mit Erdung und gleichzeitig Höhenflüge in die Zukunft erlaubend – einer digitalen Zukunft, die gestern begonnen hat und in unser neues mediales Zeitalter greift. 

Professor Klaus Klemp als Moderator brachte Idealbedingungen für diese Arbeit mit: Design- und Kunsthistoriker, stellvertretender Direktor und Kurator Design des Museums Angewandte Kunst Frankfurt a. M. und Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, Vorstandsmitglied der ›Dieter und Ingeborg Rams Stiftung‹ seit 2010. Bis zur Abschlussdiskussion navigierte er souverän durch komplexe Themen und am Abend, als sich schon die Dämmerung aufs Wasser legte, waren viele Teilnehmer aufgewühlt: Es gibt viel Neues zu bedenken, aber auch altes festzuhalten. Professor Dr. Tatjana Oberdörster hatte es in ihrer heiterklaren Art zusammengefasst: »Ein Geschäftsbericht ist ein Geschäftsbericht ist ein Geschäftsbericht«. In Anlehnung der berühmten Worte von Gertrude Stein »eine rose ist eine rose ist eine rose« sollte es auch mal ausgesprochen werden: Man kann aus einer Rose kein Sparschwein machen und aus einem Geschäftsbericht keine Rose. Denn in diesem Spannungsfeld lag der Kern der Sache: Wo das CCI zum ersten Mal das visuelle Erscheinungsbild der Internet-Präsentation der Geschäftsberichte in bewertbaren Augenschein nahm, da wurden digitale Möglichkeiten und deren Höhenflüge veranschaulicht. 

DvB 2014 03    DvB 2014 01

Zurück zum soliden Handwerk: Die besten Geschäftsberichte 2014 in der Gestaltung waren handverlesen, ihre Güte und Qualität vom Prüfteam CCI genauestens analysiert und begründet. An beredten Beispielen verdeutlichte Professor Gisela Grosse, Leiterin des CCI und seit 1994 Professorin für Corporate Identity, Unternehmens- und Finanzkommunikation an der Hochschule Münster sowie Gründerin und Leiterin des CCI, wie ein Geschäftsbericht print  oder online zu einem Meisterstück wird und warum viele es leider nicht werden. 

Die Guten, das stellte sie fest, sind noch besser geworden. In den oberen 10 Rängen drängeln sich die ausgezeichneten Printberichte. Es gab mehrfach Doppelauszeichnungen, weil sich alle in der Leistungsskala höchstens um 6 Prozentpunkte unterscheiden. Daraus kann ja auch gefolgert werden, dass die jährliche Kür zum Besten Geschäftsbericht im Laufe der Zeit Ansporn und Qualitätssteigerung mit sich gebracht hat. Der Trend zu hellen, weiß dominierenden Covers sei da, Extras, Veredelungen in Papier, Schnittfarben, Einleger, Seitenüberleitungen und Gestaltungsaufreger sind auffallend. Aber – so Grosse – das Produkt selbst muss durch Klarheit überzeugen, eine Geschichte muss sich wie ein roter Faden durch die Publikation ziehen, eine Strategie durchsichtig dargestellt werden, die Persönlichkeit des Unternehmens erkennbar sein, die Bildsprache lebendig, individuell sein, die Repräsentation gesellschaftlich eingebettet, Prognose, Forschung, Nachhaltigkeit schlüssig formuliert, also dem IFRS (dem Internationalen Rechnungslegungsstandard) gerecht werden. Wer (unter anderem) diese Kriterien Jahr für Jahr offensichtlich und durchschaubar formuliert, hat gute Karten für das Siegertreppchen. 

DvB 2014 04DvB 2014 11

Aber die Mehrzahl – so Professor Grosse – der eingereichten Geschäftsberichte stehen da noch im Schatten herkömmlich standardisierter Erzeugnisse. Auch dafür zeigte sie Beispiele: zugepackte Textseiten – wir nannten es früher Bleiwüsten –, die den Leser ermüden, sein Desinteresse erzeugen, wodurch interessante Inhalte oft leiden müssen, weil sie nicht wahrgenommen werden. Der mit Gewalt gebaute Blocksatz mit Lücken (»ganze Flüsse ziehen sich durch den Text, Löcher wie Inseln«), statischstumme Fotografien, schlechte Kopien, abgekupferte Ideen (»Auch kopieren ist eine Kunst, die man beherrschen muss«), wenig visuelle Signale, die über das Auge Interesse wecken könnten, also zu wenig Aufmerksamkeitssignale. Und dann das heikle Thema der Tabellen und Statistiken: Sie können den Leser in ihren Bann ziehen, weil sie klar und nachvollziehbar sind, sie können aber auch abschrecken, weil sie unverständlich und grafisch nachlässig erscheinen. 

Ein Geschäftsbericht ist keine Prosa, so Grosse, er will nicht von vorne nach hinten gelesen werden – er sollte wie ein Raum verstanden werden, in dem man sich frei bewegen kann: »Das Druckwerk muss sich von allen Seiten erschließen lassen, es braucht eine Verweis-Struktur, um sich gut zu erklären.« 

 

Der Online-Geschäftsbericht – Bruder von Print oder mehr?

Seit Jahren wird auf den Veranstaltungen, Seminaren und Tagungen des CCI mit wachsender Intensität über die Frage diskutiert, ob und wie der Geschäftsbericht online präsentiert werden soll, welche Funktion er haben kann oder muss, in welchem Zusammenhang er gesehen werden will. Inzwischen hat die Entwicklung – voran das CCI mit seiner neuen Wertung der Online-Berichte – für die Zukunft gesprochen: Ja, die Geschäftsberichte müssen auch online sein, wie heute übrigens schon so gut wie selbstverständlich. (Vor einigen Jahren war man da aber noch sehr zurückhaltend). ThyssenKrupp, so hörte man, verzichte inzwischen ganz auf den gedruckten Geschäftsbericht. Einspruch eines Teilnehmers: 1200 Stück werden für die Hauptversammlung gedruckt, das ist aber die Ausnahme. 

Immerhin treibt die Frage um – wie sieht denn die erfolgreiche Präsentation eines Online-Berichts aus? Was gehört rein, was nicht, steht er in Verbindung mit der Print-Version, was veröffentlicht man in PDF – was in HTML oder beides?

DvB 2014 08

Der vom CCI erarbeitete Kriterienkatalog umfasst neben der medialen Angemessenheit auch Aspekte der Gestaltungswirkung sowie des gestalterischen Handwerks. Die Einzigartigkeit der Prüfung durch das CCI liegt in der parallelen Bewertung von funktionaler und emotionaler Gestaltungsqualität, zum Beispiel der intuitiven Menüführung oder der Vermittlung der Unternehmensidentität über die mediale Sprache. Bewertungskriterien sind zum Beispiel: Distribution und Einbettung, Navigation und Vernetzung, Multimedialität, Interaktivität, Zeitbezug. Um diese, ja neue, Aufgabe wissenschaftlich zu unterlegen, gibt es im CCI ein Forschungslabor über das Professor Grosse auch berichtete. Es hat Umfragen gegeben und weitere sind in Arbeit, die an ausgewählte Unternehmen und Analysten gerichtet sind. Es geht um ihren Umgang und ihre Erfahrungen mit den Geschäftsberichten. Sie werden vom Labor analysiert und dokumentiert, auch filmisch. Wie reagieren Analysten auf schlecht gestaltete Geschäftsberichte und wie auf gut gestaltete? Die Beziehung zwischen Print und Online – wie wirkt sie sich auf, zum Beispiel die Print-Auflage aus? Sind die Zugriffe auf Online stärker geworden und wie reagiert man auf die Resonanz? Wie werten die Chef-Etagen, die Abteilungsleitungen das Wechselspiel? Aber auch Fragen nach dem Kernstück des Geschäftsberichts, dem Brief des Vorstandsvorsitzenden oder dem Vorwort: Halten die Inhalte, was der Geschäftsbericht verspricht? Werden die existenziellen Fragen von Zukunft und Sicherheit, Planbarkeit und Machbarkeit angesprochen? 

DvB 2014 06

Das Geschäft prägt den Bericht – das Internet verlangt mehr.

Über aktuelle Entwicklungen im Reporting sprach Prof. Dr. Tatjana Oberdörster, Wirtschaftswissenschaftlerin, Professorin für Rechnungswesen an der Westfälischen Hochschule seit 2014. Nach ihrer Tätigkeit in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft übernahm sie 2005 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsteam von Professor Baetge unter anderem die Organisationsleitung des Wettbewerbs ›Der beste Geschäftsbericht‹. Sie ging auf die Bedeutung und Wertigkeit des Lageberichts ein und hinterfragte, ob den immer wichtiger werdenden Einbindungen nach den Informationsbedürfnissen der Stakeholder Rechnung getragen würde, ob auch die Berichte über Prognose, Forschung, Umwelt und Nachhaltigkeit deutlich heraus gearbeitet würden. In ihrer klaren Diktion wusste sie einiges über die Transformation vom ›integrierten Geschäftsbericht‹ zum ›Integrated Reporting‹ heraus zu arbeiten. Wie zum Beispiel die Würdigung der ›Kapitalien‹ für den Zukunftswert der Unternehmen. Aus ›integrated thinking‹ wird ›integrated reporting‹, das sich im Lagebericht / Geschäftsbericht niederschlagen sollte. In Deutschland sei man – international gesehen –schon ziemlich gut aufgestellt mit diesen erweiterten Berichtsstandards. Sie packte also (theoretisch) allerhand Innovatives in die Geschäftsberichte, die damit ihre statischen Pflichten erweitern und etwas Zukunftsinnovatives ergänzen sollten. Und schließlich: Die Nachhaltigkeit sei bereits seit Jahren ein festgeschriebener Auftrag der UN. Unterm Strich durfte man ihren Vortrag als ein Plädoyer für den zukunftsgezielten Geschäftsbericht sehen, der sich stetig öffnen und neue Optionen aufzunehmen bereit sein sollte. Die Antwort auf ihre anfangs polemisch gestellte Frage, ob der Geschäftsbericht historisch am Ende sei: »Totgeglaubte leben länger –es lebe der Geschäftsbericht«.

DvB 2014 14DvB 2014 13

Eine weitere Referentin, die als Outsiderin ganz und gar unbefangen ihre Zweifel an der konservativ dargestellten Online-Version vieler Geschäftsberichte in die Diskussion bringen konnte: Vera Lisakowski, Projektleiterin des Grimme Online Award fischt professionell im weltweiten Netz nach originalen Publikationen, Videos, die unterhaltsam und nützlich für alle User sind und deshalb für einen ›Grimme Online Award‹ preiswürdig sein könnten. Mehr als tausend Bewerbungs-Einsendungen pro Jahr – da kennt sie sich aus. Ihre Beispiele führten in die flüchtige Welt der Selbstdarstellung im Netz, offenbar eine sehr beliebte und nachgefragte Art der Neuen Kommunikation. Warum sollten Unternehmen diese Spielwiesen nicht nutzen? Beispielsweise ihre Forscher mit Links und Verweisen neueMethoden erklären lassen? Oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrem Arbeitsplatz berichten lassen? Oder ihre Internationalität ganz praktisch mit Interviews und Dokumentationen unterfüttern? Podcast und Videos, Websites als Magazin, Social Media in die Kanäle – why not? Auf jeden Fall »nix Glattgebügeltes« – wie sie es in manchen Geschäftsberichten sehe. Und langweilig finde.

Ja, so viele Anregungen kann ein einziger Tag bringen! Und immer ging’s eigentlich um das Eine: Wie sieht die Gestaltung des Geschäftsberichts von morgen aus? Der Geschäftsbericht ist ja längst kein Business-Zahlenwerk in feinem Tuch mit Krawatte, eher sportlich in Jeans und Sneakers verändert er fließend und stetig sein Profil, bestenfalls passt er sich geschmeidig einer medial-bestimmten und medial gestimmten Zukunft an, für die die Kriterien der Gestaltung an Gewicht gewinnen: Denn das Auge ist es, das die erste Aufmerksamkeit holt und entsprechend weitergibt. Ohne Bilder wäre unsere Kommunikation blind.

DvB 2014 19DvB 2014 21 

In der abschließenden Diskussion ging es eben darum und die vielen Ausdrucks-Möglichkeiten – Tradition, Evolution, Revolution – wohin geht’s? Tatjana Oberdörster machte es kurz und bündig: »Ein Geschäftsbericht ist ein Geschäftsbericht ist ein Geschäftsbericht und irgendwann ist es auch mal gut«.

Geben wir der Gastgeberin das letzte Wort: »VisuelleQualität auf einem hohen Niveau ist eine Herausforderung für uns, ein spannender Prozess, den wir führen und zum Erfolg bringen.« Ihr besonderer Dank galt den Sponsoren dieser von vielen Diskussionen in gut bewirteten Pausen begleiteten Veranstaltung und ihrem jungen Team, das mit ideeller Hingabe Vorbereitung und Durchführung gestaltet hatte. 

DvB 2014 16

von Lisette Nichtweiss

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2013

Das CCI zieht Bilanz über den vergangenen manager magazin-Wettbewerb um den »Besten Geschäftsbericht 2013«, gibt einen Ausblick und ehrt die Gildemeister AG als Gestaltungssieger.

Am 24. Oktober 2013 jährte sich die Veranstaltung ›Die Visuelle Bilanz‹ zum zehnten Mal. Zum Thema »Philosophie – Marke – Unternehmen« lud das Veranstaltungstrio aus CCI, Eberl Print und Papier Union rund 100 Teilnehmer aus der Unternehmens- und Agenturpraxis nach Hamburg ein, um die Gestaltung von Geschäftsberichten näher zu betrachten. Neben einem Rückblick auf den manager magazin-Wettbewerb »Der beste Geschäftsbericht 2013« und die Würdigung der Gestaltungssieger stand dabei vor allem die zukünftige Entwicklung des Geschäftsberichts – als ganzheitliche mediale Inszenierung – im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Prof. Gisela Grosse zog ihre visuelle Bilanz über die Stärken und Schwächen der 62 diesjährigen Berichte in der Gestaltungswertung. Was war gut? Was war schlecht? Und worauf kommt es genau an? Das MDAX-Unternehmen DMG Mori Seiki – noch unter dem bisherigen Unternehmensnamen ›Gildemeister‹ – konnte den diesjährigen Wettbewerb in der Gestaltungswertung für sich entscheiden. Neben der betreuenden Agentur Montfort Werbung konnte sich auch hw.design über einen Gestaltungssieg ihres Kunden Allianz im DAX 30 freuen. Die Agentur W.A.F. Werbegesellschaft erreichte einen Sieg ihres Kundens Bechtle im TecDAX. Für den Gestaltungssieg des Unternehmens H&R im SDAX nahm die Agentur Kirchhoff Consult eine Urkunde entgegen.

Der Nachmittag der Veranstaltung stand im Zeichen der Intermedialität des ›Systems Geschäftsbericht‹, das – so Prof. Gisela Grosse – weit über das reine Printprodukt hinaus geht und daher alle Medien betrifft. Eingeladen waren zwei hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Praxis, um jeweils ihre Perspektive auf die Möglichkeiten des ›Geschichtenerzählens‹ aufzuzeigen. Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth, Lehrender an der Internationalen Filmschule in Köln, präsentierte neun Thesen zur Notwendigkeit des transmedialen Storytelling in der Unternehmenskommunikation. Bettina Renner, Regisseurin für Dokumentar- und Imagefilme, erläuterte anhand von mitgebrachten filmischen Beispielen ihre Herangehensweise aus der Praxis. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion zum Zusammenspiel von Unternehmensphilosophie, Marke und Geschäftsbericht.

Unternehmen – so ein Fazit der Diskussion – müssen als Sender von Kommunikation lernen, auch zuzuhören. Für eine gelungene Kommunikation ist es von zentraler Bedeutung, eine Beziehung zum Publikum aufzubauen – nur so können lineare und non-lineare Kommunikationsformen gemeinsam zu einer konsistenten Unternehmensgeschichte beitragen.

»Um transmedial eine gute Geschichte zu erzählen, kommt es nicht darauf an, ein und dieselbe Botschaft auf eine Vielzahl von Kanälen auszuweiten, sondern die verschiedenen Zugänge der Nutzer zu berücksichtigen«.

Gisela Grosse

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2012

Die ›VISUELLE BILANZ‹ hat inzwischen Tradition. Bereits zum neunten Mal fand die Expertenrunde für die Gestaltung von Geschäftsberichten statt – initiiert vom Corporate Communication Institute (CCI) am Fachbereich Design der Fachhochschule Münster. Dessen Leiterin, Prof. Gisela Grosse, präsentierte die gestalterische Bandbreite und vor allem die Besonderheiten der diesjährigen Geschäftsberichte.

Einen besonderen Schwerpunkt legte sie dabei auf das sich »herauskristallisierende System Geschäftsbericht: Geschäftsberichte entwickeln sich deutlich zu einem immer umfassenderen Medium der Unternehmenskommunikation mit großer Reichweite«, erklärt Grosse. Für dieses System würden jährlich Botschaften auf Basis der Unternehmensstrategie abgestimmt und in der gesamten internen und externen Unternehmenskommunikation dargestellt, so die Hochschullehrerin für Corporate Identity, Design und Communication am Fachbereich Design.

Der beste Geschäftsbericht kommt in diesem Jahr von der Siemens AG. »Sie beschreibt darin die Geschichte des Unternehmens anschaulich und nachvollziehbar und visualisiere sie authentisch«, heißt es in Grosses Laudatio. Dr. Johannes von Karczewski, Head of Corporate Reports bei der Siemens AG, erzählte in seinem Vortrag, dass sich der Siemens-Geschäftsbericht vom Printprodukt weiterentwickelt habe zu einem umfassenden Instrument, das Ideen aus Online-Medien, iPad-Anwendungen, Anzeigen und räumlicher Inszenierung adaptiere.

Prof. Norbert Nowotsch vom CCI stellte die Bedeutung und die Schwierigkeiten des Bewegtbilds vor. Anschließend diskutierten die 40 Teilnehmer Chancen und Risiken von Bewegtbild und Online-Medien im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht als Leitmedium der Unternehmenskommunikation.

26. Oktober 2012
Zwei-Löwen-Klub, Münster

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2011

Wie wird die Zukunft von Print- und Onlinemedien aussehen? Zu diesem hochaktuellen Thema referierten Stefan Buhr, Leiter der Verlagskoordination im Spiegel Verlag, Prof. Dr. Frieder Nake, Computerkünstler und Mathematiker und Claudio Strepparola, Leiter USA und Brasilien der Feinstpapiere ›Gruppe Cordenons‹. Agenturen, Hersteller und Geschäftsberichte publizierende Unternehmen informierten sich über Herausforderungen, Chancen und Risiken von Print, Online und Social Media. Der Vortrag von Prof. Gisela Grosse ›Die Visuelle Bilanz‹ griff das Thema unter dem Motto ›Bewegende Informationen‹ auf.
Veranstalterin der Visuellen Bilanz waren das Corporate Communication Institute der Fachhochschule Münster und die Papier Union GmbH.

Wie in jedem Jahr stellte Prof. Grosse die Gestaltungsergebnisse aus dem aktuellen manager magazin-Wettbewerb ›Der beste Geschäftsbericht‹ in der ›Visuellen Bilanz‹ vor. Die besten Geschäftsberichte im Prüfsegment Gestaltung wurden durch das CCI gewürdigt.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion, die von Prof. Grosse moderiert wurde: Stefan Buhr (Spielgel Verlag), Valentin Heisters (Heisters & Partner), Prof. Frieder Nake, Sabrina van der Pütten (BASF SE, Online-Geschäftsbericht) diskutierten kontrovers und leidenschaftlich zum Thema ›Bewegende Informationen‹.

Während der Pausen und beim abschließenden Get-together hatten die Teilnehmer genügend Zeit, Kontakte zu pflegen, zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.

Fazit eines Teilnehmers: Die Veranstaltung zur Bilanz des diesjährigen Wettbewerbs »Die besten Geschäftsberichte« bot für mich sowohl eine Fülle von Anregungen in Bezug auf meine konkrete Tätigkeit, als auch interessante Transferansätze zwischen Wissenschaft und Praxis. Gerade die Einbeziehung der Naturwissenschaften in die Design- und Kommunikationswelt war bereichernd.

20. Oktober 2011
Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2010

Am 14. Oktober 2010 fand in Frankfurt die ›Visuelle Bilanz‹ mit dem Thema ›Design Disziplin‹ statt. Dabei wurden die besten Geschäftsberichte im Prüfsegment Gestaltung im diesjährigen Wettbewerb des Manager Magazins ›Die besten Geschäftsberichte‹ gewürdigt. In ihrem Vortrag stellte Prof. Gisela Grosse die dos and dont's in der Gestaltung von Geschäftsberichten vor.

Arndt Klippgen, CEO der PapierUnion gewährte Einblicke in den globalisierten Papiermarkt und dessen Stellenwert bei der Herstellung von Geschäftsberichten.

Den krönenden Abschluss der Veranstaltung bildete die Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Prof. Dr. Klaus Klemp diskutierten Wolfgang Beinert (Atelier Beinert, Berlin), Annette Häfelinger (häfelinger+wagner, München), Otmar Hoefer (Linotype, Frankfurt) und Jochen Rädeker (Sprecher des ADC, Strichpunkt, Stuttgart) darüber, wie Sprache mittels Schrift simuliert werden kann.

›DIE VISUELLE BILANZ‹ 2009

Am 15. Oktober 2009 stellte Prof. Grosse ›Do’s and Dont’s‹ aus dem Wettbewerb 2009 ›Die besten Geschäftsberichte‹ des Manager Magazins vor. In einem gesonderten Vortrag stellte sie die Entwicklung des Umgangs mit Farbe in Geschäftsberichten in den letzten fünf Jahren dar. Barbara Scholten, Head of Corporate Branding and Publishing der ThyssenKrupp AG referierte zum Thema ›Gestaltung und Nachhaltigkeit‹. Nach einem köstlichen Imbiss würdigte das CCI den am besten gestalteten Geschäftsbericht 2009. Eine besondere Würdigung wurde häfelinger + wagner design als beste Geschäftsberichtsagentur der letzten fünf Jahre zuteil.

/ Rückblick

HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE

HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2015

HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2013

HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2011

HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2009

  • HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2015

  • HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2013

  • HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2011

  • HEIDELBERGER FORUM GESCHÄFTSBERICHTE 2009

Das Ganze sehen

W1A7578

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7596

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7618

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7662

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7671

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7678

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7681

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7780

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7810

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7846

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

W1A7848

Heidelberger Forum Geschäftsberichte 2015

Heidelberg strahlte in diesen frühherbstlichen Tagen und Nächten. Schon der erste Abend des Coming-together in der behaglichen Altstadt eröffnete das Spiel von Fragen und Antworten.
Wie geht es weiter? Wie schnell kann sich das Profil der Geschäftsberichte ändern, wie kann man ihren Erfolg halten, festigen, überdenken? Weiter ausbauen oder verschlanken? Viele Frage­zeichen standen am Anfang in den Gesichtern der Teilnehmer. Der frische Skandal um VW zeigte noch Fassungslosigkeit, denn auch der aktuelle Geschäftsbericht von VW gab sich doch so seriös,
so glaubwürdig, so wie es sein sollte. Und doch nicht war. 

Das zehnte Heidelberger Forum Geschäftsberichte bedeutet zwanzig Jahre Beobachtung, Bewertung und Weiterentwicklung der Spezies Geschäftsberichte, die sich bis vor einigen Jahren dem Wett­bewerb des MANAGER-MAGAZINs stellte. Seit dem Ende dieses in der Öffentlichkeit attraktiv dar­gestellten Events präsentieren sich die ›Großen‹ (DAX 30 zugehörend) auf anderen öffent­lichen ­Bühnen, wenn überhaupt. Eine Klammer, die alles zusammenhält, ist mit Sicherheit das Heidelberger Forum, eine unverzichtbare Think-Station. Die Leiterin Professor Gisela Grosse: »In diesen zwanzig Jahren hat sich das Heidelberger Forum zu der zentralen Institution für ›Best Practice Shar­ing‹ in Sachen Geschäftsbericht entwickelt. Die vielfältigen Möglichkeiten des Austausches mit Experten und Verantwortlichen der Unternehmen werden von den Teilnehmern als Impuls­geber für das eigene Handeln bezeichnet. Das Konzept der Veranstaltungen war und ist für die Entscheidungsträger angelegt.«

Prof. Gisela Grosse

»In diesen zwanzig Jahren hat sich das Heidelberger Forum zu der zentralen Institution für ›Best Practice Shar­ing‹ in Sachen Geschäftsbericht entwickelt.« 

Raus aus dem Elfenbeinturm der eigenen unternehmerischen Anforderungen und Zwänge hin zu dem Together: »Wie machen’s die andern, wir zeigen mal, wie wir uns das vorstellen.« Es ist eine simple Erkenntnis: über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen, den Horizont zu erweitern und unter professioneller Leitung neue Perspektiven zu nutzen. 

 

 

 

Diesmal ging es ums Ganze

Ende September 2013 war es wieder so weit: Das neunte Heidelberger Forum Geschäftsberichte – inzwischen eine zentrale Institution für ›best practice sharing‹ – eröffnete die Diskussion um aktuelle Finanz- und Unternehmenskommunikation. Während sich die zweitägige Veranstaltung bisher oft Einzelaspekten um das Themenpaket Geschäftsberichte widmete, ging es diesmal ums Ganze: den Geschäftsbericht in seiner heutigen medialen Inszenierung – bereichert um Online-Version, Apps und Bewegtbild. Unter dem Thema ›Das System Geschäftsbericht‹ lud Frau Prof. Gisela Grosse Fachleute aus der Wissenschaft und Wirtschaft ein, neben einem kurzen Rückblick auch die faszinierende Zukunft der Berichterstattung in den Blick zu nehmen. Geschäftsberichtsmacher sehen sich ganz neuen Erfahrungen und Möglichkeiten gegenüber. Referenten und Teilnehmer lieferten sich spannende Dialoge über neue Spielarten und welche Spielregeln diese erfordern. 

Prof. Gisela Grosse

»In Anbetracht multipler Kommunikationskanäle wächst die Herausforderung für Unternehmen, ein in sich konsistentes und vertrauenswürdiges Selbstbild zu zeichnen.« 

Über der Fülle der neuen medialen Möglichkeiten schwebte die zentrale Frage: Was ist wesentlich? Frau Grosse beantwortete sie in ihrem Rückblick auf Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs mit dem Bild: »Die Aufgabe, ein in sich konsistentes und vertrauenswürdiges Selbstbild zu zeichnen, ist für Geschäftsberichtsmacher existenziell.« Mit der steigenden Bedeutung des Mediums Geschäftsbericht sind auch die Kriterien der Bewertungen umfangreicher und anspruchsvoller geworden. Um das Wesentliche im Blick zu behalten, wird auch der Kriterienkatalog der inhaltlichen Bewertung vom Team Baetge jährlich aktualisiert. Sein Ergebnis: »Im Lagebericht hat der Prognosebericht, gefolgt vom Risikobericht, das größte Verbesserungspotenzial.«

Neben Prof. Grosse und Prof. Baetge konnten weitere Gastredner aus Theorie und Praxis neue Perspektiven auf die Finanz- und Unternehmensberichterstattung eröffnen. So erläuterte beispielsweise Dr. Herbert Meyer, Mitglied der AbschlussPrüferAufsichtsKommission (APAK) die Frage vieler Skeptiker, wer eigentlich die Prüfer prüft. Ein Experte von Heidelberger Druckmaschinen, Peter Tix, gab einen Einblick in die Welt des ökologischen Drucks. Die Unternehmensberaterin Sabine Stadelmann ging der Frage nach, wie die zunehmende Technologisierung und der Einfluss neuer Medien auf die betriebliche Organisationskultur wirkt. Einen Blick auf die Darstellung des Managements warf der Kunsthistoriker Prof. Dr. Reinhold Happel mit einem illustrierten Spaziergang durch die Kunstgeschichte des Porträts. Und der Psychologe Dr. Meinald Thielsch zeigte auf, wie sich ›Schönheit‹ im visuellen Ersteindruck von Websites, z. B. Onlineberichten, äußert. Drei repräsentative Unternehmen berichteten auf dem Heidelberger Forum aus der Praxis – darunter die Allianz, der Aufsteiger des Wettbewerbs 2013. Wie sieht die Zukunft der Berichterstattung aus Unternehmenssicht aus? Hier ließen sich auch die Unternehmen Siemens und Daimler in die Karten schauen.

Den ausführlichen Bericht zu den Themen des Heidelberger Forums werden Sie in der Oktober-Ausgabe 2013 der CCI-News finden.

von Lisette Nichtweiss

 

 

»In Anbetracht multipler Kommunikationskanäle wächst die Herausforderung für Unternehmen, ein in sich konsistentes und vertrauenswürdiges Selbstbild zu zeichnen.« Prof. Gisela Grosse

Rückschau auf das 8. Heidelberger Forum Geschäftsberichte

Das 8. Heidelberger Forum stellte Traditionen in Frage und bejahte die Impulse der Erneuerungen. Print oder Online? Die Zukunft des Geschäftsberichts stand wieder einmal auf dem Prüfstand.

»Ein Medium zwischen Print und Online« – Frage, These, Widerspruch? Das Seminar in der 11. Etage des Hochhauses der Heidelberger Druckmaschinen AG, der Print Media Academy, hat sich in den letzten sommerlich heiteren Septembertagen 2011 große Fragen gestellt und mit Antworten nicht gespart. Es wollte »den Geschäftsbericht als Leitmedium der Unternehmenskommunikation in Print und Online aus Expertensicht analysieren, diskursiv möglichen Lösungen ein Stück näher kommen und dadurch neue Impulse für das eigene Handeln erhalten«.

WARUM SOLLTEN WIR MITEINANDER REDEN, WENN WIR AUCH KOMMUNIZIEREN KÖNNEN?

Die zahlreichen Teilnehmer, sowohl börsennotierter als auch nicht börsennotierter Aktiengesellschaften – für die das Heidelberger Forum als ›best practice sharing‹ in Sachen Geschäftsbericht über Jahre schon Qualitätsmerkmal ist – diese Vertreter interessierter Unternehmen ließen sich hoch über Heidelbergs Häusern zunächst über die Ergebnisse berichten, die zu den besten Geschäftsberichten im Manager-Magazin-Wettbewerb 2011 führten. Die Veranstalterin – das nun seit 8 Jahren die gestalterische Qualität der Geschäftsberichte bewertende Institut (Corporate Communication Institute der Fachhochschule Münster, CCI) unter Leitung von Professor Gisela Grosse – ließ deutlich erkennen, wie sich die Qualität der visuellen Ausstattung im Laufe der Zeit geändert hat: von üppigen seitenumfänglichen Ausmaßen zu krisenbedingten Verschlankungen bis hin zur zurückhaltenden Eleganz, seltener in Aufmerksamkeit heischenden lauten Farben. Diesmal präsentierten sich auffallenderweise viele in Lacken und Prägungen, deutliche Hinweise auf ihre Kostbarkeit. Ob die gelegentlich mehr als 400 Seiten starken Dokumente nicht an Umfang und Zumutbarkeit ihre Grenzen erreicht haben, wurde in verschiedenen Zusammenhängen infrage gestellt. In Herstellung und Verarbeitung habe sich viel getan, aber Außergewöhnliches sei rückläufig, so Professor Gisela Grosse. Das zu begrüßende Niveau lasse leider Herausragendes vermissen. Sorgenkind seien nach wie vor die Informationsgrafiken, obwohl diese doch ein wesentliches Element der Geschäftsberichte sind. Bis auf wenige Ausnahmen ist eine gleichbleibend tiefe Navigationsstruktur im Konzernabschluss und im Konzernanhang leider noch zu selten.

Was die inhaltliche Bewertung angeht, stellte Dr. Tatjana Oberdörster für das Prüfteam Inhalt ganz allgemein eine kontinuierlich sich verbessernde Qualität fest. Durch die jährliche wissenschaftliche Bewertung des seit 1995 vom Manager Magazin veranstalteten Wettbewerbs ›Der beste Geschäftsbericht‹ sei man dem Ziel der Förderung von Qualität in der Berichterstattung wesentlich näher gekommen. Qualität meint ja auch: eine Informationsbasis, mit der sich Leser einen aussagekräftigen Überblick über die prognostizierte Entwicklung des berichtenden Unternehmens verschaffen können. In die gleiche Richtung ging auch die Einschätzung von Professor Rudi Keller, Prüfteam Sprache, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Qualität habe sich im Laufe der Zeit, eben auch durch die jährliche Unterwerfung des wissenschaftlichen Bewertens so verbessert, »dass wir nun die Konsequenz gezogen haben, ein strikteres Malus-System zu etablieren und ›schärfer‹ zu urteilen«, da die Differenzierungsmöglichkeiten in den oberen Punktbereichen inzwischen zu eng geworden seien. In einem so lehrreichen wie auch unterhaltsamen Vortrag zeigte Keller an Satzbeispielen die versteckten Botschaften misslungener Sprachschöpfungen: bürokratische Schaumgeburten an Formulierungen, die ins Dickicht ›kannitverstan‹ führen. Sprache ist nun mal verräterisch, besonders wenn sie angepasst wird wie ein schlecht geschneiderter Anzug, der Schwächen kaschieren will, sie aber umso mehr betont. Die Sprache zeigt eben, wes Geistes Kind sie nutzt. Empfehlung des Referenten: Aufrichtigkeit, Klarheit, Vertrauenswürdigkeit. Ach ja, ertrauenswürdigkeit, denn das war das Thema: Dazu gehöre auch, sich Schwierigkeiten zu stellen, Zweifel deutlich zu formulieren – anstatt die Leser mit sprachlichen Nebelschwaden im Unklaren zu lassen. Daraus entstanden schon manche Kalauer, die Keller zum Besten gab.

WO SPRACHE SICH IN BILDERN FINDET

Die Sprache hat auch da ihre Grenzen – oder muss sich neu erfinden – wo das mediale Zeitalter uns schon längst in Besitz genommen hat: der bereits selbstverständliche Umgang mit Handy, I-phone, I-pad ... Nebenbei, fast alle Teilnehmer nutzten ganz selbstverständlich die elektronischen Helfer in den Pausen zur Kommunikation mit der Firma, es wurden Arbeitsinformationen abgefragt, vermittelt, Verabredungen getroffen, gegoogelt, Fahrpläne studiert, SMS lautlos ins All gesendet. Robin Karpp, Leiter Investor Relations und Gastgeber der Heidelberger Druckmaschinen AG, brachte es auf den Punkt: »Auch die Finanzkommunikation muss die Neuen Medien nutzen, um bestehende Beziehungen zu pflegen und weitere Zielgruppen zu erreichen, die im Zeitalter von Web 2.0 aufwachsen. Vor allem Privataktionäre müssen auf den Kanälen angesprochen werden, auf denen sie sich täglich bewegen. Dazu zählen neben Onlineblogs auch verschiedene andere Plattformen wie Twitter und Facebook. Eine weitere Notwendigkeit stellt die Optimierung der Inhalte der Finanzkommunikation auf die neuen Ausgabegeräte wie Smart-Phones und Tablet-PCs dar. Im Gegensatz zu der zielgerichteten, nachhaltigen Berichterstattung steht im Zeitalter von Social Media die schnelle und breite Informationsverbreitung im Vordergrund.«

»NEHMEN SIE EINE WEITERE PLATTFORM MIT AN BORD?«

Da war es wieder, das aktuelle Thema, das mit einem grafisch-haptischen Cursor-Pfeil auf der eleganten Einladung nach oben wies: Dahin geht die Zukunft. Am Beispiel des noch jungen Unternehmens SolarWorld AG zeigte deren Vertreterin, Sybille Teyke, wie das Unternehmen ihre Klientel ansprechen will: so papiersparend wie möglich, nachhaltig, weborientiert. Schon allein aus Kostengründen will das weltweit nach Sonnenvermarktung suchende Unternehmen schnell und präzise und vorne sein. »Die SolarWorld verbindet die Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung in einem integrierten Bericht. Besonders relevante ökologische und soziale Themen werden eingehend im Konzernlage­bericht dargestellt. Für alle weiteren Details zur Nachhaltigkeitsleistung nutzen wir das Medium Internet.« Natürlich: Das erfolgreiche Unternehmen hält sich jung, passt sich dem veränderten Nutzerverhalten spontan und ideenreich an. Es gibt Videoclips, mit der Handkamera weltweit spontan abgefragte Statements (kostet eine Lächerlichkeit gegenüber der aufwendigen Inszenierung von Vorstands-Gruppen-Porträts, z. B.), die sagen es bewegt-bildlich: Wir sind da. Mit der Online-Berichterstattung, so die Referentin, ist man aktueller, kann schneller agieren, reagieren, kommunizieren. Informationen treffen zielgenau, vorausgesetzt die Suchmaschine ist gut. Beliebtes Argument gegen Print: Papiersparen, bessere Klimabilanz durch Reduktion der Co2-Emissionen. Wobei Kritiker bemerkten, dass die Installation neuer Server mit ihrem Stromverbrauch natürlich auch in die CO2-Bilanz einfließt ... Die Portofrage beim klassischen Versand von manchmal hunderttausenden von HV-Einladungen mit oder ohne Kurzbericht scheint die Etats der Abteilungen mittelgroßer und großer Unternehmen zu beschäftigen. Es muss gespart werden, aber wo effizient? Ob ausgerechnet am Produkt der Einladung Qualität geopfert werden soll, ob weniger wiegendes, klein-formatiges Papier das Image mehr schädigt, als es Kosten spart? SolarWorld schickt ihren Online-Usern nach Wunsch (Print on Demand) einen in zwei derbe Pappkartons gehefteten Papier-Lage-Bericht. Einziger Hinweis auf den Absender: ein Firmenstempel mit Inhaltsübersicht. Nach Discounter-Philosophie eine nützliche Angelegenheit, nicht mehr, nicht weniger.

»ZWEI MEDIEN – EINE BOTSCHAFT«

Da zeichnet sich eine radikale Wende ab, das ist ein katzenhafter Sprung ins Gesicht der edlen Business-Outfits unserer traditionellen Geschäftsberichts-Dokumente. Ändern sich die Dress-Codes schneller als die Überlegungen in den Chefetagen? Viele Seminar-Teilnehmer brachten von zu Hause die Überzeugungen mit, die Online-Version sei zwar inzwischen selbstverständlich, aber doch nur eine der Technik geschuldete Ergänzung. Die Online-Präsentationen jedoch, so zeigten die lebhaften Diskussionen, drängeln sich vor, sie verlangen sozusagen nach Gleichstellung. Auch in der ihnen eigenen Gesetzmäßigkeit der Handhabung. Und die Vorträge und Diskussionen zeigten: Das ist ein weites, weites Feld. Will die Revolution ihre eigenen Kinder fressen? Eine Umfrage bei den Unternehmen, vom CCI veranlasst, zeigt eine eher etwas zögerliche Auffassung. Aus den Antworten ergibt sich eine gewisse Unsicherheit, wie man sich den Herausforderungen stellen soll. Bereits die Auswahl der Referentinnen und Referenten dieses 8. Heidelberger Seminars war eine reizvolle Mischung, gab sowohl den Konservativen als auch den Onlinern genügend Gelegenheit, nachdenklich zu werden. Die Vertreterin der BASF SE, Silke ­Christiansen, sprach sich zwar für integrierte Berichterstattung online und print aus, aber das Medium Online sei in einem weltweit bestimmenden Chemie-Konzern die angesagte, international abgerufene Sprache mit all ihren bewegten und beweglichen Bilddokumenten und den sich wie von selbst aktualisierenden Präsentationen und Botschaften. Den klassischen Abonnenten des Geschäftsberichts gibt es damit nicht mehr, lediglich über Klickraten auf einzelne Themen und die Verweildauer lassen sich Rückschlüsse auf die Nutzer des Geschäftsberichts schließen. Die meisten Teilnehmer sahen dann doch die Vorteile des gedruckten Geschäftsberichtes: Es ist und bleibt das Spiegelbild des Unternehmens, ist und bleibt die Visitenkarte, das Persönlichkeitsprofil, ein Buch, das eine Fortsetzungsgeschichte schreibt, jederzeit greifbar, haptisch, sinnlich, das Berichtsjahr in all seinen Facetten, inhaltlich, grafisch, rechnerisch nachweisbar. Denn: Wie haltbar ist das Medium Online in einer sich überstürzenden Zeit? Überholt es sich nicht ständig selbst? Ist es nicht bereits Vergangenheit, wenn es sich gerade formuliert? Wie viel Qualität, Seriosität, Nachdenklichkeit geht unterwegs verloren? Professor Norbert Nowotsch lehrt seit 1987 am Fachbereich Design der FH Münster. Er zeigte die Vergänglichkeit der Technik an alten, schweren VideoGeräten, den ersten Walkman, den ersten tragbaren Computern (23 kg) und ihren heute nicht mehr (oder nur mit immensem Aufwand und Kosten) zu konservierenden Inhalten. An einem Beispiel führte er vor, wie eine in einem einjährigen Prozess entstandene multimediale und interaktive CD-Rom innerhalb von drei Jahren zu Datenschrott wurde. Neueren technischen Entwicklungen prognostiziert er eine Lebensdauer von zwei Jahren! Und er warnte vor der kritiklosen Gläubigkeit an jedes neue Produkt, das der Markt wie die letzte Offenbarung auswirft, obwohl die nächste Generation bereits getestet wird. Er belegte, ironisch unterfüttert, die oft dümmliche Geschwätzigkeit der heutigen Werbe- und Kommunikationsflut, zeigte aber auch die Leichtgläubigkeit und Hingabe der immer jünger werdenden User an ›Social Media‹ ohne Rücksicht auf Preisgabe persönlichster Daten. Schöne neue Welt? Wo führt sie uns hin? Sonia Lopez-Sanchez von der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) stellte das ›Media Efficiency Panel‹ vor, mit dem erstmals die Möglichkeit personalisierter Internetnutzung und Verweildauer in Beziehung zum Kaufverhalten im Internet untersucht werden kann. So werde zwar Google am häufigsten angewählt, die längs­te Verweildauer verzeichne aber Facebook. In der sich anschließenden Diskussion fragte man sich erstaunt, wer sich denn für diese doch einigermaßen intimen Einblicke in persönlichste Lebens-Konsumgewohnheiten und für welchen Preis zur Verfügung stelle? Lopez-Sanchez: Die Probandensuche sei einfach, gern stellt man sich zur Verfügung – und oft nur für ein bescheidenes Give-away. Die Lebensgewohnheiten scheinen sich immer mehr am Internet zu orientieren. Oft sind es Stunden um Stunden, die man vor dem Rechner verbringt, der mehr und mehr Bedürfnisse zu befriedigen und neue zu wecken scheint, begleitet von einem Ameisengewusel werbender Unternehmen (die zum Beispiel solche Umfragen zur richtigen Einschätzung ihrer Zielkonsumenten in Auftrag geben). Auch hier geht's schon im Kinderzimmer los. Die Studien zeigen erschreckend wachsende, Zeit verschlingende Gewohnheiten, Millionen von Nutzerstunden verenden hier. Der Untertitel der Einladung hatte ja mit dem Thema ›Der Geschäftsbericht – ein Medium zwischen Print und Online‹ gespielt. Das Seminar füllte diesen Zwischenraum mit Anregungen, Bedenklichkeiten, Visionen und Festhalten an den schließlich durch die hohe Schule der Wettbewerbe gereiften Standards. Die Antwort könnte sein: Nicht zwischen den Stühlen nimmt die Zukunft Platz, sondern auf beiden Stühlen. Die Referenten Keller und Nowotsch hatten die Teilnehmer auf die Qualität der Sprache im Gedruckten und die sichere Konservierung dort selbst aufmerksam gemacht. Auch wenn uns der ›apple‹ der Erkenntnis in neue digitale Welten führt, der traditionelle Buchmarkt boomt unverdrossen. Beweis sind die bereits unübersichtlichen Neuerscheinungen, ob Belletristik oder Sachbuch – das Buch geht nicht unter, wie einst ängstlich prophezeit. Die Medienkonvergenz scheint uns sicher, denn die Neuen Medien erfordern nicht nur eine medienspezifische Aufbereitung von Inhalten, sondern auch einen nachhaltigen Umgang mit Daten, eine dauernde Anpassung der Daten an neue technische Standards. Professor Grosse abschließend: »Letztendlich wird jedes Unternehmen selbst entscheiden müssen, wie es welche Medien angemessen nutzt.«

Ein Bericht von Lisette Nichtweiss

Rückschau auf das 7. Heidelberger Forum Geschäftsberichte

Das Motiv ›Farbe bekennen‹ hätte in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht aktueller, nicht prophetischer ausgewählt werden können.

Wie setzt der Geschäftsbericht seine roten und schwarzen Zahlen um? Im Text, im Inhalt, in der Gestaltung. Betreibt er Augenwischerei, um die Leser im Unklaren zu lassen? Oder hat er den Mut, ›Farbe zu bekennen‹, die Aktionäre mit ins Tal zu nehmen und ihnen eine realistische Zukunftslandschaft vor Augen zu führen? Und schließlich: Braucht man in der Krise überhaupt noch einen Geschäftsbericht, der den Anspruch haben soll, »ein Vertrauen schaffender Händedruck« zwischen Unternehmer und Anleger zu sein? An welchen Segmenten wird gespart? An der Ausstattung? Am Umfang? An der Ehrlichkeit?

Die Referenten des diesjährigen Heidelberger Forums waren zu diesem Fragekomplex maßgeschneidert angefragt und ausweislich hoher wissenschaftlicher Kompetenz klar in ihren Aussagen. Sie sprachen sich für Transparenz, Unternehmenskultur und Mitarbeiterkultur aus. Sie konnten auf internationale gesetzliche Regelwerke verweisen, die objektive Prüfungen ermöglichen und schwarze Schafe orten lassen. Vertrauen sei immer noch barer Geldwert -auch in Krisenzeiten.

In diesem Focus wurden nicht nur die Geschäftsberichte beleuchtet, sondern auch deren Zukunft. Bei der Beurteilung müsse immer das ›Zwitterwesen‹ Geschäftsbericht gesehen werden, das die Vergangenheit zu dokumentieren und die Zukunft zu prognostizieren habe. Für die Seminarteilnehmer aus großen deutschen Dax-Unternehmen stellte sich das Problem, für die nächste Zeit zwischen Sparzwang, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit zu jonglieren. Professor Gisela Grosse, Institututsleiterin des CCI an der Fachhochschule Münster, hatte zum 7. Heidelberger Forum Geschäftsberichte eingeladen. Sie warnte vor Reduzierungen auf Kosten der Transparenz und der Qualität. »Die Glaubwürdigkeit der Kommunikation«, assistierte ihr Helge Werner von der Heidelberger Druckmaschinen AG als Hausherr der Veranstaltung, »dürfe nicht in Frage gestellt werden«.

Den prämierten Geschäftsberichten (in der neuesten Ausgabe vom Manager Magazin 10/09 ausführlich dokumentiert) sprach Professor Grosse allgemein hohe Qualität zu. Es sei wie beim Hochleistungs-Sport, die Differenzen liegen inzwischen bei Minimalwerten, wohl auch, weil sich das Niveau seit Einführung des Manager-Magazin-Wettbewerbs verbessert und das Regelwerk strenger geworden sei. Die im Durchschnitt trotzdem schwächere Gestaltungsbewertung in diesem Wettbewerbsjahr sei insbesondere der Prüfung ökologischer und gesellschaftlicher Leistungsindikatoren geschuldet.

Über die Berichtspflicht und die Glaubwürdigkeit sprach Dr. Herbert Meyer, Präsident der DPR (Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung). Diese, von der Bundesregierung eingesetzte Institution (»Damit wir kein zahnloser Tiger sind«) konzentriert sich bei ihren Prüfungen auf »kritische und wesentliche Teile«, im Übrigen u.a. auch an Hand der Geschäftsberichte. Die aktuelle Bilanz der Fehlerquote von fast 25 Prozent sei eine »erschreckende Bilanz«. Die Ursachen sah er zum einen in einem sehr komplizierten Regelwerk, zum anderen in den Schwachpunkten der Lage-, Risiko- und Prognoseberichte. Er sprach sich deshalb für eine Vereinfachung der Rechnungslegungsstandards aus. Eine erforderliche schnelle europäische Gleichstellung der Prüfungsregulierungen sah er indessen nicht: Dazu müssten sehr viele Gesetze in den EU-Ländern geändert werden, ein zäher Prozess.

Vom Wasserpredigen und Weintrinken, also von der Glaubwürdigkeit im Kapitalmarkt aus Sicht großer Investoren sprach Christian Strenger, Aufsichtsrat der DWS Investment GmbH und unter anderem Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Richtiges Handeln und Überzeugungsleistung seien Voraussetzungen für unternehmerische Glaubwürdigkeit. Rosiges Selbstbild und Selbstverliebtheit von Aufsichtsräten und Vorständen seien zwar menschlich, aber schädlich für die Unternehmen. Er warb für Verständlichkeit, klare Vorgaben, partnerschaftliches Verhalten, intensiven Dialog – von Authentizität. Sein Hinweis: Independant in mind. Für eine erfolgreiche Geschäftsführung empfahl er Null-Toleranz bei signifikantem Fehlverhalten, intensive Darstellung der ‚Non-Financials‘ und ausreichende Rechenschaft über frühere Prognosen und deren Erfüllung. Konservatives Understatement anstatt Schönwetterphilosophie. Die Unternehmensethik müsse stimmen, das heißt, sie müsse nachhaltig angelegt sein. Berechenbarkeit für Mitarbeiter und Anleger. Es täte gut, wenn mehr Frauen in die Aufsichtsräte kämen. Aber nicht durch Quoten, sondern durch Leistung, durch »auf sich aufmerksam machen«. Auch er, wie die anderen Referenten übrigens auch, sprach sich gegen die Reduzierung oder Vernachlässigung von Geschäftsberichten in der Krise aus. Denn dafür gebe es keinen Ersatz.

Das inhaltliche Ergebnis der geprüften Geschäftsberichte wurde von Professor Dr. Dr. h.c. Jörg Baetge, Leiter des manager magazin Wettbewerbs und Leiter des Prüfteams Inhalt, mit der Botschaft verbunden, dass trotz Krise die Qualitätswerte leicht gestiegen seien. Im Geschäftsbericht werde die Kommunikation von Umwelt- und Mitarbeiterbelangen stärker geprüft werden. »Eine starke Unternehmenskultur erwirke unternehmerischen Erfolg«. Unternehmenskultur würde über Artefakte, Zeichen und Symbole visualisiert.

Das 7. Heidelberger Forum Geschäftsberichte trat mit seinen wissenschaftlichen Vorträgen aus dem Schatten der Krise und beleuchtete optimistisch ihre Chancen. Einen besonderen Akzent setzte der Geschäftsführer der Keese & Sollmann Beratungsgesellschaft, der Coach und Kommunikationsberater Ulrich Sollmann, der sozusagen die Forderung nach Glaubwürdigkeit und Überzeugungsfähigkeit weich zeichnete und psychologisch unterlegte.

Als Vertreterin des Wettbewerbssiegers, ThyssenKrupp, gab Barbara Scholten Einblicke in die Philosophie des Unternehmens die Mitarbeiter stark einzubinden. Diese stellten (fast familiär) die fotografierten Personen, nicht von Agenturen gecastete Models.

Carol Sizmur von der BASF, porträtierte ihr Unternehmen als weltweit agierendes Netzwerk, das sich auf die Verbindung von Öknonomie, Ökologie und Wirtschaft konzentriere. Ihre Geschäftsberichte werden durch magazin-ähnliche Kurzfassungen ergänzt. Die Deutsche Post DHL mit ihrer weltweiten integrierten Logistik, so Susanne Stacklies, setzt auf das gute, alte Postgelb und eine durchgängig fortgesetzte und transparente Berichterstattung.

Farbe bekennen, das war’s: Alle kritischen Beiträge in diesem siebten und dem ersten – an den Grundfesten der Geschäftsberichte rüttelnden – Seminar in schwieriger Zeit steuerten auf ein Ziel: Der Geschäftsbericht bleibt wichtigstes Scharnier zwischen Unternehmen und Anlegern, zwischen Innen und Außen, zwischen Oben und Unten. Es sei nicht klug, hier an die Substanz zu gehen. Ob an der Ausstattung der Geschäftsberichte in Zukunft so gespart werden muss, dass es für die Nutzer demonstrativ sichtbar wird oder eben nicht, das – so zeigte eine spannende Diskussion – wird entsprechend der Strategie der Unternehmen in den Chefetagen entschieden.

Text von Lisette Nichtweiss